Deutsche Friedhofsgesellschaft

Umfrage: Pflegefreie Gräber beliebt

Immer weniger Bundesbürger möchten in einer klassischen Grabstätte beigesetzt werden. Beliebt sind Gräber, die keine gärtnerische Pflege erfordern. Das ergab eine Umfrage im Auftrag von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur.

Grafik über die wachsende Beliebtheit pflegefreier Gräber

Traditionelle Grabformen verlieren in Deutschland weiter an Zuspruch. So das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage. Auch die Deutsche Friedhofsgesellschaft sieht diese Aussagen in ihrer täglichen Arbeit bestätigt.

Teures Sarg- oder Urnengrab wird nicht mehr gewünscht

Nur noch 25 Prozent der Bundesbürger wünschen für die eigene Bestattung ein klassisches, persönliche Pflege erforderndes Sarg- oder Urnengrab auf einem Friedhof. Im Jahr 2013 betrug dieser Anteil noch 49 Prozent, im Jahr 2004 sogar noch 62 Prozent. Richtet man den Fokus allein auf das klassische Sarggrab, ist die Aussage noch deutlicher. Hier sind es nur noch 14 Prozent, die sich ein solches Grab wünschen. Auch wenn die Motive in der Umfrage nicht abgefragt wurden, so dürften nach den Erfahrungen der Deutschen Friedhofsgesellschaft der Wunsch die Angehörigen nicht noch zu belasten, eine Rolle spielen. Auch die hohen Kosten, die bei einem klassischen Grab anfallen, spielen eine wichtige Rolle. Denn neben den ohnehin meist steigenden Friedhofsgebühren sind die Ausgaben für den Grabstein und die Pflege ein erheblicher Kostenfaktor.

Heutzutage ziehen Menschen für ihre eigene Bestattung Grabformen und Bestattungsorte in Betracht, die für Hinterbliebene keinen Pflegeaufwand verursachen. Am häufigsten wurden in der vorliegenden Umfrage pflegefreie Grabstätten auf Friedhöfen genannt, die in der Regel für Urnenbeisetzungen angeboten werden. Dazu zählen insbesondere Gemeinschaftsgrabanlagen, Urnenwände, Rasengräber und Beisetzungen unter Bäumen.

Bei der Frage, wie wichtig den Menschen ein Namenshinweis an ihrer eigenen Grabstelle ist, offenbart sich ein geteiltes Meinungsbild: 47 Prozent der Befragten wäre dieser alles in allem sehr wichtig oder wichtig, 51 Prozent wäre dies hingegen weniger wichtig bzw. überhaupt nicht wichtig. Dies deckt sich auch mit den Erfahrungen der Deutschen Friedhofsgesellschaft. Deshalb bietet die Deutsche Friedhofsgesellschaft bei vielen Grabformen beispielsweise Namensschilder auf Trauerstelen an. Oder Hinterbliebene können besondere Orte der Erinnerung, wie einen Gedenkplatz oder Gedenkschlösser nutzen.

In Erfahrung bringen wollte Aeternitas darüber hinaus, wie viele Bundesbürger derzeit ein Grab zu pflegen haben. Hier ergab sich ein Anteil von 29 Prozent, die sich selbst darum kümmern, und 10 Prozent, die zuständig sind, aber einen Friedhofsgärtner beauftragt haben. 60 Prozent haben die Frage mit nein beantwortet. Nach einer gleich lautenden Umfrage aus dem Jahr 1998 pflegten noch 37 Prozent selbst ein Grab und 5 Prozent hatten eine Gärtnerei beauftragt, während 58 Prozent für kein Grab zuständig waren.