Bestattungsarten

Heutzutage werden deutschlandweit zahlreiche unterschiedliche Bestattungsarten angeboten. Da ist es schwierig, den Überblick über die Möglichkeiten zu behalten – zumal die Entscheidung, auf welche Art ein geliebter Mensch bestattet werden soll, in Zeiten großer Trauer getroffen werden muss. Egal, ob Sie für die eigene letzte Ruhe vorsorgen möchten oder für einen Verstorbenen nach der passenden Beisetzungsart suchen: Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Möglichkeiten auf.

Worin unterscheiden sich Feuerbestattung oder Erdbestattung?

Zuallererst ist zwischen den Bestattungsformen Feuerbestattung (auch Urnenbestattung) und Erdbestattung (auch Sargbestattung) zu unterscheiden.

Die Feuerbestattung wird auch Einäscherung, Kremierung oder Urnenbestattung genannt. Bei dieser Bestattungsform wird der Leichnam des Verstorbenen in einem Krematorium eingeäschert und im Anschluss in einer Urne beigesetzt.

Die Feuerbestattung ist unter Einbezug aller Kosten sowie der Friedhofsgebühren meist die günstigere Variante. Nach einer Kremation stehen außerdem ganz unterschiedliche Möglichkeiten der Beisetzungen zur Verfügung, etwa eine Bestattung in einem Wald oder eine Beisetzung mit dem geliebten Haustier.

Unter dem Begriff Erdbestattung wird die Beisetzung eines Leichnams in einem Sarg verstanden. Diese Bestattungsform wird auch als Körperbestattung oder Sargbestattung bezeichnet und ist eine der ältesten Beisetzungsformen der Welt. Vor allem in christlichen und islamischen Religionen kommt die Körperbestattung noch besonders häufig vor.

Erdgräber werden wahlweise als Wahlgräber oder als Reihengräber angeboten. Wahlgräber können entweder einstellig (Platz für einen Sarg) oder mehrstellig (Platz für zwei oder mehr Särge) sein und ermöglichen Ehepaaren, sich gemeinsam beerdigen zu lassen. Zweistellige Wahlgräber werden umgangssprachlich auch als Doppelgräber bezeichnet.

Unser Tipp

Schauen Sie sich auch die versteckten Kosten für die Friedhofsgebühren genau an. Manche Friedhöfe verlangen beispielsweise einen Aufschlag bei der Beisetzung von Ortsfremden. Manchmal müssen Angehörige nach Ablauf der Ruhezeit für die Räumung des Grabes noch einmal Geld bezahlen.

Pflegefreie Gräber

Die gärtnerische Pflege eines Grabes kann viel Zeit und ggfs. auch Geld in Anspruch nehmen – übrigens unabhängig davon, ob Sie sich für eine Feuerbestattung oder eine Körperbestattung entschieden haben. Gräber haben oft eine Ruhezeit von 15 bis 20 Jahren. Für diesen Zeitraum muss das Grab letztendlich auch gepflegt werden.

Bei vielen neueren Bestattungsarten handelt es sich um sogenannte pflegefreie Gräber. Hier ist die gärtnerische Pflege bereits in der Friedhofsgebühr enthalten. Beispiele dafür sind die Beisetzung im Rasengrab, Blumengarten oder anderen thematisch gestalteten Gräbern. Bei manch anderen Bestattungsarten ist die Grabpflege gar nicht notwendig bzw. unmöglich, wie beispielsweise bei der Beisetzung im Friedwald, in der Begräbnisstätte Wasserurne oder in einem Kolumbarium.

Unser Tipp

Überlegen Sie ob Ihre persönliche Lebensplanung es zulässt, dass Sie persönlich das Grab vor Ort pflegen können. Lassen Sie sich – bevor Sie sich für die individuelle Grabpflege entscheiden – auch einige Kosten für die Grabpflege von Friedhofsgärtnern benennen. So erhalten Sie eine bessere Einschätzung über die weiter anfallenden Kosten. Bedenken Sie bei der Beisetzung im Bestattungswald, dass es mit zunehmendem Alter mühsamer sein könnte, den Bestattungsbaum zu besuchen.

Gekennzeichnete Gräber und anonyme Gräber

Noch vor rund 50 Jahren war es üblich, ein Grab namentlich zu kennzeichnen. Dies geschah durch einen Grabstein, auf dem meist der Vor- und Nachname des Verstorbenen sowie Geburtsdatum und Sterbedatum angegeben wurden.

Heute haben Angehörige eine große Auswahl:

  • Sie können sich beispielsweise für ein anonymes Grab entscheiden. Bei dieser Bestattungsart erhält das Grab keine namentliche Kennzeichnung mehr. Beim anonymen Rasengrab ist dies beispielsweise der Fall. Und selbstverständlich ist auch bei Seebestattung oder Diamantbestattung kein Grabstein notwendig.
  • Dann gibt es Gräber, bei denen der Name und die Daten der verstorbenen Person auf einem Namensschild genannt werden, die zusammen mit den Plaketten vieler andere Verstorbener, an einer Stele befestigt ist. Das eigentliche Grab ist dann etwas weiter entfernt. Diese Variante kostet deutlich weniger als ein Grabstein. Beispiele für diese Art der Grabkennzeichnung sind Beisetzungen in thematischen Gräbern wie dem Blumengarten oder dem Mensch-Tier-Friedhof.
  • Auch Gräber mit Grabsteinen gibt es bis heute. Die Möglichkeiten reichen vom kleineren Grabstein, eingelassen am Urnengrab auf der Wiese, bis hin zum Wahlgrab auf klassischen Friedhöfen.

Unser Tipp

Informieren Sie sich vor einer Entscheidung über die anfallenden Kosten. Überlegen Sie auch, ob für Sie ein Partnergrab in Frage kommt. Berücksichtigen Sie dabei, dass auch bei einem anonymen Grab festgehalten ist, wo genau eine Person bestattet worden ist.

Anonymes Grab: Gedenken ist unabhängig vom Ort

Auch wenn das Grab eines Verstorbenen nicht namentlich gekennzeichnet ist, bieten viele Friedhöfe alternative Möglichkeiten, der Verstorbenen namentlich oder mit kleineren persönlichen Erinnerungsstücken zu gedenken. Bei manchen Friedhöfen ist – wie bereits erwähnt – die Anbringung eines Namensschildes auf einer separat aufgestellten Stele möglich. Viele Friedhöfe stellen auch zentrale Plätze für das Andenken bereit, etwa ein Gedenkrondell. Oder es sind besondere Angebote für eine persönliche Erinnerung, wie zum Beispiel ein Zaun für Gedenkschlösser. Dabei können Hinterbliebene im Gedenken an den Verstorbenen an einem speziellen Zaun ein Schloss anbringen.

Unser Tipp: Manch ein Angehöriger kann sich nach einer Bestattung nicht mehr an den genauen Ort erinnern. Dies ist auch nachvollziehbar, stellt eine Beisetzung doch immer eine hohe emotionale Belastung dar. Sollte Sie sich also nicht mehr genau an den Ort der Beisetzung erinnern, dann können Sie bei der jeweiligen lokalen Friedhofsverwaltung nachfragen.

Welche Varianten der Urnenbestattung gibt es?

Die Urnenbestattung als Folge der Feuerbestattung ist die häufigste der Bestattungsarten in Deutschland und wird immer häufiger gewählt. Das liegt unter anderem an den zahlreichen Möglichkeiten, die Urne beizusetzen. Ein Überblick:

Bei der Bestattung im Rasengrab handelt es sich um eine einfache, naturverbundene Art der Beisetzung. Die Urne wird dabei auf einer Rasenfläche beigesetzt. Nach der Bestattung wird das Grab mit Erde abgedeckt und mit Rasen bepflanzt. Eine individuelle Bepflanzung der Rasenfläche durch die Angehörigen ist nicht vorgesehen.

Bei der Bestattung im Blumengarten wird die Urne des Verstorbenen auf einer besonders gestalteten, mit Stauden und immer-grünen Pflanzen angelegten Fläche beigesetzt. Sie erhält im Wechsel eine Frühjahrs- und Herbstbepflanzung, sodass über die Jahre ein einzigartiger Blumengarten entstehen konnte.

Bei einer Waldbestattung wird die Urne einer verstorbenen Person an einem Baum in einem dafür vorgesehenen Bestattungswald beigesetzt. Gräber in einem sogenannten Friedwald (oder Bestattungswald) müssen nicht durch die Angehörigen gepflegt werden. Mitunter werden die Gräber mit einem Schild gekennzeichnet.

Bei einer Bestattung in einem Kolumbarium wird die Urne einer verstorbenen Person in einer Urnenwand beigesetzt. Die Nische, in die die Urne gestellt wird, wird im Anschluss mit einer Platte fest verschlossen. Kolumbarien befinden sich auf Friedhöfen oder in Kirchen oder sind Teil eines Krematoriums.

Bei einer Mensch-Tier-Bestattung können die Urnen von einem Mensch und seinem geliebten Haustier in einem gemeinsamen Grab bestattet werden. Diese Bestattungsart trägt den Namen „Unser Hafen“. Sie ist in Deutschland nur auf speziell ausgewiesenen Friedhöfen möglich und existiert in dieser Form seit dem Jahr 2015.

Eine besondere Art der Naturbestattung ist die Rebstockbestattung. Auf vereinzelten Friedhöfen in Weinanbaugebieten können Urnen im Weinberg direkt am Weinstock beigesetzt werden. Die Beisetzung in einem sogenannten Friedweinberg ist als Einzelgrab möglich, aber auch ein Familienweinstock mit einer Gedenkplatte an den Wurzeln der Weinrebe ist möglich. Zudem gibt es Friedhöfe, die sich direkt an einem Weinberg befinden.

Bei dieser Bestattungsart wird die Asche eines verstorbenen Menschen auf einer Wiese verstreut, zum Beispiel auf einer Almwiese in den Bergen. In Deutschland in diese Form der Bestattung nicht legal.

Bei der sogenannten Allbestattung wird nach der Feuerbestattung ein kleiner Anteil der Asche in eine Mikrourne gefüllt. Diese Urne wird mit einer Rakete in das All befördert. Diese Bestattungsart ist in Deutschland nicht erlaubt.

Der Begriff Diamantbestattung ist genau genommen nicht ganz zutreffend, denn es handelt sich dabei nicht um eine Bestattung. Deshalb wird auch oft von einem Erinnerungsdiamant gesprochen. Hierfür werden Teile der Asche oder die gesamte Asche eines Verstorbenen zu einem künstlichen Diamanten gepresst. Dieser kann zum Beispiel in einem Schmuckstück verarbeitet und getragen oder als Andenken aufbewahrt werden. In Deutschland ist die Diamantbestattung bisher nicht möglich. Wer Interesse an dieser Art der Bestattung hat, kann aber mit seinem Bestatter vereinbaren, dass die Urne des Angehörigen zu einem Anbieter im Ausland, zum Beispiel der Schweiz, überführt wird. Eine neue und auch in Deutschland legale Form der Diamantbestattung kann erfolgen, wenn der Diamant aus einer Haarlocke der verstorbenen Person erzeugt wird.

Bei der sogenannten Nachthimmelbestattung wird die Asche in eine Feuerwerksrakete gefüllt und abgefeuert. In Deutschland ist diese Art der Bestattung nicht erlaubt.

Was kostet eine Feuerbestattung?

Die Gesamtkosten einer Feuerbestattung sind im Durchschnitt üblicherweise geringer als die einer Erdbestattung. Es handelt sich bei der Feuerbestattung also um eine vergleichsweise günstige Bestattungsform. Das liegt an den oftmals geringeren Kosten für den weniger massiven Sarg sowie an den Grabgebühren für Urnenplätze, die ebenfalls oft geringer ausfallen.