Urnenbeisetzung im Kolumbarium

Bei einer Bestattung in einem Kolumbarium wird die Urne einer verstorbenen Person oberirdisch in einer Urnenwand in einem Gebäude oder einem Gewölbe beigesetzt. In dieser Wand befinden sich Nischen, in welche die Urne hineingestellt wird. Kolumbarien können sich auf einem Friedhof befinden oder Teil eines Krematoriums sein. Vereinzelt findet man sie auch in Kirchen.

Die sogenannte Urnenkammer oder Urnenwand wird nach der Beisetzung mit einer Platte fest verschlossen. Diese wird in der Regel aus Stein oder Keramik gefertigt. Aber auch eine Glasplatte, die einen freien Blick auf eine Schmuckurne ermöglicht, ist möglich. Die Abdeckplatte bietet je nach Variante Platz für eine Inschrift, also Name sowie Geburts- und Sterbedatum des Verstorbenen.

Unterschiedliche Arten von Urnenwänden in Deutschland

Das Kolumbarium existiert in ganz unterschiedlichen Formen. Es kann beispielsweise innerhalb eines geschlossenen Raumes oder unter freiem Himmel errichtet werden. Auch Form und Größe der Nischenplätzen sind nicht immer gleich: Manch eine Urnenwand ist groß genug, um eine opulente Schmuckurne einzustellen, manch andere bietet gerade einmal genug Platz für die Aschekapsel, in welche die Asche nach der Kremierung gefüllt wird. Wie ein Kolumbarium aussieht oder gebaut ist, hängt immer von den lokalen Begebenheiten sowie den Bestimmungen des Friedhofes ab.

Die Geschichte des Kolumbariums

Der Begriff „Kolumbarium“ stammt vom lateinischen Wort „columbarium“ (Taubenschlag). Die Idee des Kolumbariums ist – der Ursprung des Namens lässt es vermuten – mehr als 2000 Jahre alt: Erste Kolumbarien stammen vermutlich aus dem antiken Rom. Entwickelt wurden sie als eine kostengünstige Möglichkeit, die Leichname von Sklaven sowie der armen Bevölkerung zu bestatten.

Auch wenn Urnenwände eher in südlichen Ländern üblich sind, gibt es mittlerweile auch in Deutschland auf vielen Friedhöfen Kolumbarien. Etabliert hat sich diese Form der Bestattung im Deutschland des 19. Jahrhunderts, als auch die ersten deutschen Krematorien errichtet wurden und die Feuerbestattung im Land Einzug erhielt. Mit Anbruch des 20. Jahrhunderts wurden immer seltener Kolumbarien errichtet, ehe ihre Verbreitung in den 1990er-Jahren wieder zunahm.

Ist Grabschmuck bei einem Kolumbarium erlaubt?

Üblich ist es zwar nicht, an einem Kolumbarium Blumen abzulegen. Je nach Friedhof ist das Anbringen von Trauerschmuck oder Andenken aber möglich und auch erlaubt. Vor allem bei neueren Kolumbarien ist mitunter ein kleiner Platz vor der Urne oder der Verschlussplatte vorgesehen, um Gegenstände oder Fotos abzustellen, oder eine Vase für Blumen integriert.

Was kostet die Beisetzung in einem Kolumbarium?

Wie bei allen Grabarten fallen die Kosten, die bei einer Beisetzung im Kolumbarium entstehen, ganz unterschiedlich aus. Hier hilft nur, sich mit der Friedhofsverwaltung vor Ort auseinandersetzen. Grundsätzlich ist die Beisetzung im Kolumbarium aber im mittleren bis höheren Preissegment angesiedelt.

Das Kolumbarium Portajom verbindet Kunst und Bestattungskultur

Die Deutsche Friedhofsgesellschaft greift mit dem Portajom diese sehr persönliche und nicht anonyme Form der Bestattung wieder auf. Beim Portajom handelt es sich um ein Kolumbarium, für das noch zu Lebzeiten das Gedenken auf Tafeln festgehalten wird. Es besteht aus einer Anordnung speziell gefertigter Keramikkuben, in denen Urnen auf Friedhöfen oder in Kreuzgängen beigesetzt werden.

Eine Gedenktafel, die später den einzelnen Kubus mit der dann innenstehenden Urne verschließt, kann noch zu Lebzeiten gestaltet werden. Oft kann dies beispielsweise schwer erkrankten Menschen helfen, sich besser auf Sterben und Tod vorzubereiten.

Einzigartigkeit des Verstorben kommt beim Portajom zur Geltung

Die Idee zur Entwicklung von Portajom entstand aus dem Bedürfnis, eine verfeinerte Bestattungs- und Gedenkkultur zu unterstützen, die eine Rückbesinnung auf Werte ermöglicht. Hierbei soll die Einzigartigkeit der Persönlichkeit eines Verstorbenen zur Geltung kommen. Das Portajom gibt dem Menschen über den Tod hinaus Raum, sich und sein Lebenswerk darzustellen. Der Name setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: zum einen „Porta“ (die Tür, das Tor) und zum anderen „Jom“, die ursprüngliche Form des Wortes Dom; dieses steht symbolisch für eine Gedenkstätte.

Unser Tipp

Reden Sie offen miteinander: Wenn das Ende eines Menschenlebens kommt, dann ist dies immer eine Belastung. Für den Menschen, der stirbt, aber auch für Familie, Freunde und Angehörige. Es gibt Bestattungsarten, die dabei unterstützen können, das Tabuthema Tod zu brechen und das Gefühl von Selbstbestimmtheit auch für die letzte Ruhestätte zu geben.