Grab kaufen: Wissenswertes und Preise

Wer für sich vorsorgen möchte oder als Angehöriger eine Beerdigung organisiert, wird sich früher oder später auch mit den Themen Grabkauf, Grabkosten und Preisvergleich auseinandersetzen. Ist es soweit, sind einige Fragen zu klären wie:

  • Wo soll die letzte Ruhestätte sein?
  • Wie kann man sich dem Thema überhaupt nähern?
  • Was kostet ein Grab pro Jahr? Unterscheiden sich die Kosten von Urnengräbern und Erdgräbern?
  • Und: Lohnt es sich, Kosten von Gräbern zu vergleichen?

Wir haben Wissenswertes zum Thema für Sie zusammengetragen.

Wer trägt im Todesfall die Grabkosten?

Verstirbt eine Person und hat zuvor weder ein Grab gekauft noch eine Grabvorsorge abgeschlossen, müssen die Erben die Kosten der Bestattung tragen. Darunter fallen auch die Kosten des Grabes. In diesem Fall ist wichtig zu wissen: Wann immer von Grabkauf die Rede ist, ist der sogenannte Erwerb eines Nutzungsrechtes gemeint. Das Grab selbst gehört einem nicht, man entrichtet nur die Gebühren, die für das Nutzungsrecht an einer Grabstelle zu zahlen sind.

Wie hoch sind die Gebühren für ein Grab?

Die Grabnutzungsgebühren für ein Grab können sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem für welchen Friedhof und welche Art der Bestattung (Urnenwahlgrab oder Erdwahlgrab) man sich entscheidet. Als Beispiel sei hier ein Urnengrab auf einer Wiese genannt: Während das günstigste Urnengrab bei der Deutschen Friedhofsgesellschaft pro Jahr rund 13,35 € (einmalig 200 € inklusive 15 Jahre Grabpflege) kostet, kann der Preis auf einem anderen Friedhof bei 800 € oder weit darüber liegen. Es lohnt sich also, Grabkosten zu vergleichen. Dadurch kann viel Geld gespart und das Budget entlastet werden. Vor allem, wenn ein Grab für eine lange Ruhezeit, zum Beispiel 30 Jahre, erworben werden soll, kann sich der Preisunterschied bemerkbar machen.

Für wen ist es sinnvoll, sich zur Vorsorge ein Grab zu kaufen?

Auch heutzutage ist es möglich, sich vor dem Todesfall ein Grab zu kaufen. Dabei wird das Recht für eine Begräbnisstätte für einen bestimmten Zeitraum gesichert. Nach Ablauf dieses Zeitraums muss dieses Recht verlängert werden. Der Grabkauf geht heute ganz einfach: So ist es beispielsweise möglich, ein Urnengrab online zu kaufen – sowohl für einen akuten Sterbefall als auch für die Vorsorge. Bei der Vorsorge wird hier ein Grab für 10 Jahre vorgehalten.

Die meisten Bestattungsunternehmen bieten zudem in der Beratung zu einem Sterbefall und auch im Rahmen ihrer Vorsorgeangebote den Grabkauf an. Selbstverständlich kann man auch die örtliche Friedhofsverwaltung der Gemeinde direkt ansprechen. Dabei sollten die Kosten im Blick behalten werden. Grabkosten und Friedhofsgebührensatzungen zu vergleichen, kann sich lohnen.

Als Vorsorge macht der Kauf eines Grabes insbesondere für die Menschen Sinn, die davon ausgehen müssen, dass Sie nicht mehr lange leben werden. Meist geschieht dies aus der Motivation heraus, die letzten Dinge auch fest und rechtsverbindlich geregelt zu haben.

Für welche Grabart sollte man sich beim Kauf eines Grabes entscheiden?

Die Entscheidung für eine letzte Ruhestätte ist eine sehr persönliche. Manchen Menschen ist es vielleicht egal, wo sie beigesetzt werden. Andere haben gegebenenfalls eine genaue Vorstellung. Für eine Entscheidung für die richtige Grabstätte kann die Beantwortung von fünf Fragen Orientierung geben:

1. Ist eine Feuerbestattung oder eine Körperbestattung gewünscht?

Die Feuerbestattung bietet derzeit die meisten Grabvarianten, wie die Beisetzung im Wald oder auf dem Rasenfriedhof. Meist ist sie auch preisgünstiger. Die Anzahl der Körperbestattungen nimmt zwar seit Jahren stetig ab. Jedoch gibt es weiterhin Menschen, die sich diese Form der Beisetzung wünschen, beispielsweise aus religiösen Gründen.

2. Welches Budget steht bei der Auswahl des Grabes zur Verfügung?

Die Preise für ein Grab sind nur ein Teil der Kosten, die bei einer Bestattung anfallen. Hinzu kommen die Ausgaben für den Bestatter, für Überführung, gegebenenfalls das Krematorium, vielleicht auch einen Grabstein, die Trauerfeier und vieles mehr. Außerdem kann es notwendig sein, sich die Friedhofsgebühren kritisch anzuschauen. Sie bestehen neben den Nutzungsgebühren für das Grab auch aus den Beisetzungsgebühren. Die decken zum Beispiel das Öffnen und das Schließen des Grabes ab.

3. Ist genügend Zeit bzw. Geld für die Grabpflege vorhanden?

In Deutschland geht der Trend ganz klar zum pflegefreien Grab. Gerade weil Familien heute nicht mehr dauerhaft an einem Ort leben. So ist das dauergepflegte Grab für viele Angehörige eine richtige Wahl. Trotzdem entscheiden sich manche Angehörige für die eigenhändige Pflege, weil sie dies als Teil der Trauerarbeit oder vielleicht auch als eine Herzensangelegenheit betrachten.

4. Wo soll sich das Grab befinden?

Irgendwann muss auch die Entscheidung getroffen werden, auf welchem Friedhof die Beisetzung stattfinden soll. Ist es der örtliche Friedhof oder vielleicht doch eher ein zentral gelegener Friedhof, der für alle Angehörigen und Freunde gut erreichbar ist? Die Online-Friedhofssuche unterstützt dabei, eine engere Auswahl zu treffen.

5. Vorlieben

Die Wahl für einen Friedhof wird oft auch wegen persönlicher Vorlieben getroffen. Die Anzahl der Angebote ist heute groß. Ob anonymes oder halbanonymes Rasengrab, pflegefreies Rasengrab, Motorradbestattung, Ruhewald oder Beisetzung im gemeinsamen Grab mit dem geliebten Haustier: Auch die letzte Ruhe kann Ausdruck des gelebten Lebens sein.

Warum sollte man die letzte Ruhestätte im Rahmen einer Vorsorge festlegen?

Mit einer Bestattungsverfügung kann jede Person für sich festlegen, wie sie einmal bestattet werden möchte. Beispielsweise wird darin die Feuerbestattung und die Beisetzung in einem Ruhewald bestimmt. Aber es ist auch möglich anzuordnen, auf welchem Friedhof genau man beigesetzt werden möchte. Die Bestattungsverfügung ist in der Kombination mit einem Grabkauf oftmals eine gute Wahl: Die Art und der Ort der Grabstätte werden definiert und das Grab wird auch gleich gekauft.

Je klarer die eigenen Wünsche definiert sind, umso einfacher haben es die Hinterbliebenen. Denn sie erhalten mit dem niedergelegten Wunsch auch eine Vorgabe, welches Grab sie kaufen sollten.

Wenn der Wille des Verstorbenen nicht bekannt ist – für welches Grab sollten sich Angehörige entscheiden?

Viele Verstorbene haben keinen Wunsch für die eigene Bestattung hinterlassen. Dafür kann es viele Gründe geben. Hinterbliebene müssen am Ende dann selbst festlegen, welche Grabform und welcher Friedhof gewählt wird.

Die Werte, Glaubensvorstellungen und Ansichten eines Menschen können dann bei der Entscheidung für das passende Grab eine wichtige Rolle spielen. Angehörige sollten dabei jedoch nicht vergessen, dass Beerdigungen letztendlich für die Hinterbliebenen da sind. Sie nehmen dort Abschied. Insoweit kann es für Angehörige und Freunde gut sein, ein wenig in sich hineinzuhören und sich auch zu fragen, welche Bestattungsform und welcher Friedhof ihnen gut tun würden.