Trauerbegleitung nach einem Sterbefall

Einen Menschen, der einen nahen Angehörigen verloren hat, in seiner Trauer zu begleiten, ist enorm wichtig. Es stellt aber oft auch eine große Anstrengung für Freunde und Familie dar. Faktisch können die Begleiter Trauernder nichts ändern, denn der Verlust ist unumkehrbar. Jedoch können Angehörige und Freunde dabei helfen, den Verlust eines Menschen zu verarbeiten, indem sie Betroffenen bei der Trauerbewältigung zur Seite stehen. Da Trauer nicht bei allen Menschen gleich verläuft, gibt es auch unterschiedliche Methoden zur Trauerbewältigung und Trauerbegleitung.

Einen Trauerbegleiter oder eine Trauerbegleiterin finden

Wenn Sie oder ein Angehöriger sich professionelle Unterstützung und Begleitung im Trauerprozess wünschen, können Sie sich an einen ausgebildeten Trauerbegleiter wenden. Dieser sollte eine Qualifizierung, zum Beispiel nach den Richtlinien des Bundesverbandes Trauerbegleitung, vorweisen können.

Bei vielen Trägern wird die Aufgabe der Trauerbegleitung durch Spenden unterstützt oder von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet. So ist die Betreuung oftmals unentgeltlich.

Ausbildung zum Trauerbegleiter oder zur Trauerbegleiterin

Wer selbst Menschen begleiten möchte, die einen Verlust erlitten haben, kann eine Fortbildung als Trauerbegleiter/in besuchen. Dabei handelt es sich nicht um Ausbildung im klassischem Sinne, sondern um einen meist mehrtägigen Kurs für Laien oder unterschiedliche Berufsgruppen (zum Beispiel Heilpraktiker für Psychotherapie/Psychotherapeuten/Pflegepersonal). Lehrinhalte sind:

  • die Phasen der Trauer (Trauerprozess),
  • Krisenintervention,
  • Psychotraumatologie,
  • Methoden, um Berührungsängste mit Trauernden abzubauen.

Was können Sie bei der Begleitung eines Trauernden tun?

Sie möchten ohne Ausbildung einem Angehörigen oder Freund in einer schweren Zeit zur Seite stehen? Was Sie jetzt bedenken und beachten sollten, haben wir hier für Sie aufgelistet:

Verliert ein Mensch eine ihm nahestehende Person, stellt dies eine enorme Belastung für ihn dar. Er wird oftmals versuchen, das für ihn noch gar nicht Begreifliche zu begreifen. Sicherlich wird er nach Orientierung und Halt suchen. Da ist es gut, wenn Sie ihm als Begleiter zur Seite stehen. Wenn Sie erst einmal nur bei diesem Menschen sind, ist dies bereits viel wert. Sie nehmen dann die Rolle eines aufmerksamen Zuhörers ein und können eine Situation erschaffen, die geprägt ist vom Verständnis für den Hinterbliebenen. Das Tempo sowie den Wechsel von Reden und Schweigen sollte der Trauernde bestimmen. Sie sollten nicht versuchen, dem Trauernden etwas aufzudrängen. Also ein klares „Ja“ zu Anregungen und Hinweisen und ein klares „Nein“ zu bedrängen oder Druck ausüben.

Wenn Sie möchten, dann können Sie sich mit den fünf Phasen des Sterbens nach der Psychologin Elisabeth Kübler-Ross vertraut machen. Auch die Person, die Sie nun begleiten, wird diese Phasen durchlaufen. So können Sie vielleicht ein noch besseres Verständnis für manche Reaktionen erhalten sowie leichter mit Geduld und Zuversicht aufwarten.

Der Verlust einer Person ist nicht nur eine große emotionale Belastung. Ganz praktische Sachen müssen nun erledigt werden. Sie können zum Beispiel anbieten, den Hinterbliebenen zum Bestatter zu begleiten oder die Trauerfeier auszugestalten. Oft kann es schon hilfreich sein, wenn Sie eine weitere Person vermitteln, die mithelfen könnte, Behördengänge zu erledigen. Es ist meist hilfreich, die Hilfe immer als offenes Angebot zu formulieren und die Person einzubinden, die Sie begleiten. Damit ist sichergestellt, dass sich der Trauernde einbringen und die wesentlichen Entscheidungen treffen kann.

Als Begleiter können Sie neue Impulse geben und Sie dürfen auch in solch schwierigen Zeiten Kritik üben. Aber vergegenwärtigen Sie sich bitte auch, dass die Lebenssituation für den Hinterbliebenen ein Ausnahmezustand ist. Er macht viele Momente des Kummers und der Verzweiflung durch. Eine Richtschnur, an der Sie sich orientieren können, lautet somit: Anregungen geben, gegebenenfalls wohlüberlegte Kritik äußern, aber Entscheidungen respektieren und die Verantwortung beim Trauernden belassen.

Einen Menschen in seiner Trauer zu begleiten, kann ein wichtiger Freundschaftsdienst sein. Wenn Sie aber merken, dass Ihnen das Ganze zu viel wird, dann sollten Sie dies auch äußern. Letztendlich ist Niemandem damit geholfen, wenn durch die für Sie problematische Situation weitere unnötige Schwierigkeiten entstehen.