Kostenfalle Grabkauf: Wo lauern versteckte Kosten?

Vor allem im Alter müssen viele Menschen jeden Cent zweimal umdrehen. Auch dann, wenn sie sich mit der Finanzierung der eigenen Beerdigung schon zu Lebzeiten beschäftigen, spielt Geld eine große Rolle. Auch Angehörige, die selbst nicht sehr reich sind, können durch die Beerdigungskosten nach einem plötzlichen Trauerfall in der Familie in finanzielle Notlage geraten.

Günstige Gräber sind eine gute Lösung, um die Kosten für eine Beerdigung klein zu halten. Aber wer sich für ein preiswertes Grab entscheidet, sollte beim Grabkauf genau hinschauen. In Deutschland schwanken beispielsweise die Preise für ein pflegefreies Rasengrab zwischen 200 € und mehr als 2000 €. Außerdem lauern versteckte Kosten, die Sie vor einer Entscheidung für eine Grabstätte kennen sollten.

Kein Grabkauf, sondern Erwerb von Nutzungsrechten

Auch wenn sich im Alltag der Begriff „Grabkauf“ durchgesetzt hat: Eigentlich handelt es sich bei der Grabvorsorge nicht um den Kauf eines Grabes, sondern um den Erwerb des Nutzungsrechtes eines Grabes für einen bestimmten Zeitraum. Zusätzlich zu den reinen Nutzungsgebühren werden manchmal Kosten in Rechnung gestellt, an die Angehörige erst einmal nicht denken würden. Deshalb sollten Sie vor der Entscheidung für einen Friedhof die wichtigsten Kostenpositionen kennen, die beim Erwerb eines Grabes anfallen können.

Welche versteckten Kosten sind möglich?

Die Gebühr für die Beisetzung wird von der zuständigen Gemeinde erhoben. In den letzten Jahren stiegen die Friedhofsgebühren erheblich. Erhöhungen von bis mehr als 400 Prozent sind keine Seltenheit. Auch sind die Preisunterschiede lokal sehr groß. Ein Grab gleicher Qualität kann auf einem wenige Kilometer entfernten Friedhof vielleicht wesentlich günstiger sein. Und ortsunabhängige Angehörige können bei der Wahl des günstigsten Friedhofes überregional teilweise mehr als 1.800 Euro allein bei der Friedhofsgebühr sparen. Denn bereits ab 200 € kann man das Nutzungsrecht für ein Rasengrab erwerben.

Bei manchen Friedhöfen fallen zusätzlich Gebühren für die Aufbewahrung des Verstorbenen oder der Asche des Verstorbenen an. Teilweise kommen Gebühren für die Kühlung hinzu. Pro Tag können die Gebühren zwischen 70 und 150 Euro liegen.

Für die Beisetzung im Friedwald oder Bestattungswald werden speziell abbaubare Urnen benötigt. Hier müssen Sie mit Kosten von 60 bis 100 Euro rechnen.

Bei Gräbern für Eheleute bzw. Partnergräbern wird diese Position bei der zweiten Beisetzung meist anfallen. Ansonsten sollte das Öffnen und Schließen des Grabes eigentlich in der Friedhofsgebühr enthalten sein. Manche Friedhofsverwaltungen weisen dies als zusätzlich zu bezahlende Gebühr separat aus und sie können sich auf 10 bis 300 Euro belaufen.

Manche Angehörige nutzen die Übergabe des Sarges in die Einäscherung im Krematorium zum Abschied. Andere Familien wünschen sich einen Gottesdienst und eine Trauerfeier mit anschließender Beerdigung. In manchen Fällen ist die Nutzung der Abschiedshalle kostenfrei oder es fallen bis zu 500 Euro für die Nutzung der Trauerhalle an.

Findet eine Trauerfeier statt, dann wird der Sarg oder die Urne durch einen oder mehrere Träger zum Grab gebracht. Hier berechnen die meisten Friedhofsverwaltungen zwischen 25 und 300 Euro.

Bei einem anonymen Grab fallen keine Kosten für die Kennzeichnung des Grabes an. Bei Gräbern mit halbanonymer (auch teilanonymer) Nennung der Daten des Verstorbenen müssen Sie für eine Namenstafel im Bestattungswald zwischen 20 und 50 Euro zahlen. Ein graviertes Namensschild auf einer Trauerstele wird üblicherweise zwischen 200 und 400 Euro kosten. Bei einem Grab mit Stein reichen die Preise von 1.000 Euro für eine Grabplatte bis zu mehr als 10.000 Euro für einen aufwändig gestalteten Grabstein.

Keinerlei gärtnerische Kosten fallen bei sogenannten pflegefreien Gräbern an. Die Grabpflege ist bei dieser Grabart bereits in der Friedhofsgebühr enthalten. Ansonsten kostet die Pflege bei einem Friedhofsgärtner – je nach Region, Art und Umfang der Pflege und Wettbewerb vor Ort – jährlich zwischen 180 und 800 Euro.

Die folgenden Grabarten sind beispielsweise pflegefreie Grabarten:

Nach Ablauf der Ruhefrist erfolgt die Abräumung des Grabes und es werden die Pflanzen, der Grabschmuck, die Einfassung und der Grabstein bzw. Grabplatte vom Grab entfernt. Letztendlich wird das Grab dadurch eingeebnet. Manche Friedhofsverwaltungen lassen sich diese Leistung separat bezahlen. Hier können Kosten zwischen 80 und 500 Euro anfallen. Oft ist es möglich, dass die für das Grab verantwortliche Person (Nutzungsberechtigter) diese Arbeiten selbst erledigen kann. Bei pflegefreien Gräbern fallen diese Kosten nicht an.

Kosten außerhalb des Friedhofs

Hinzu kommen immer die Kosten für den Bestatter, der den Verstorbenen von zu Hause abholt, ihn gegebenenfalls in das Krematorium fährt, Angehörige berät, nach Wunsch die Trauerfeier vorbereitet und bei Bedarf viele Behördengänge abnimmt. Zudem fallen Kosten für Sarg, Urne, Feuerbestattung, Trauerkarten, Anzeigen, etc. an.

Das günstigste Grab kostet einmalig 200 €

Derzeit kostet das preiswerteste Grab in Deutschland einmalig 200 €. In dem anonymen Urnengrab auf dem Rasen sind die Kosten für die Grabpflege, das Öffnen und Schließen des Grabes enthalten. Weitere Kosten fallen von Seiten des Friedhofes nicht an.

Gepflegte Urnengräber zum fairen Preis

Deutschlandweit steigen die Friedhofsgebühren. Dennoch müssen Grabplätze nicht zwangsläufig teuer sein. Finden Sie jetzt Rasengräber ab 200 €.

Unsere Tipps:
So halten Sie die Kosten für das Grab gering

  • Achten Sie darauf, dass durch eine einmalige Zahlung alle Positionen abgedeckt sind.
  • Die Grabpflege sollte in den Gebühren und Preisen bereits inkludiert sein.
  • Prüfen Sie vorab eventuelle Zusatzkosten, beispielsweise Gebühren für das Öffnen und Schließen des Grabes, die Aufbewahrung der Urne, etc.
  • Überlegen Sie sich rechtzeitig, ob Sie die Nutzung der Trauerhalle und der Friedhofskapelle wünschen und erkundigen Sie sich vorab über die anfallenden Kosten.
  • Gehen Sie keine zusätzlichen Verpflichtungen ein wie beispielsweise für das spätere Abräumen des Grabes.
  • Vergleichen Sie lokale und überregionale Friedhofsgebühren.